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Wenn der Kalender Februar anzeigt, halten viele Hobbygärtner den Start der Gartensaison für verfrüht, doch genau dieser Monat bietet eine wertvolle Gelegenheit. Die Gartensaison beginnt nicht erst im Frühling, sondern kann mit der richtigen Vorbereitung schon im späten Winter losgehen. Besonders der Anbau von Gemüse und Sommerpflanzen lässt sich erheblich vorziehen, wenn schon jetzt mit der Aussaat begonnen wird. Das gibt den Pflanzen einen Wachstumsvorsprung und sorgt für eine frühere und oft reichere Ernte.
Bereits im Februar können Samen angesetzt werden, wenn geeignete Bedingungen, wie helle Fensterplätze, ein beheiztes Gewächshaus bzw. ein Tomatenhaus oder Pflanzlichter, zur Verfügung stehen. Die folgenden Pflanzen gehören zu den Top-Kandidaten für die Februar-Aussaat. Von klassischen Gemüsearten bis hin zu wärmeliebenden Kulturen.
Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsepflanzen im Garten und eignen sich hervorragend für die Vorkultur im Februar. Die frühe Aussaat beschleunigt die Entwicklung der Pflanzen deutlich und führt zu einer längeren Fruchtphase im Sommer. Für die Aussaat wird eine spezielle Anzuchterde verwendet, da diese besonders fein und nährstoffarm ist. Also ideale Bedingungen für die Keimung. Die Samen werden etwa einen halben Zentimeter tief in die Erde gelegt und feucht gehalten. Eine Aussaatschale mit transparentem Deckel kann die Feuchtigkeit gleichmäßiger verteilen und eine höhere Keimquote fördern.
Damit die Pflanzen beim Auflaufen nicht „vergeilen“, also schwach und langbeinig werden, ist ausreichend Licht entscheidend. Ein heller Südfensterplatz reicht oft nicht aus. Hier lohnt sich der Einsatz einer Pflanzenlampe, die den Lichtbedarf der Jungpflanzen deckt. Zu frühes oder zu schwaches Licht führt sonst zu instabilem Wachstum. Sobald die Temperaturen nachts dauerhaft über etwa zehn Grad Celsius liegen und keine Frostgefahr mehr besteht, können die Tomaten ins Gewächshaus oder später ins Freiland umgesetzt werden.
Tipp: Neben den Pflanzen im Februar ist auch die Aussaat im Jänner sinnvoll – wir haben dazu einen eigenen Ratgeber.
Paprika ist ein weiterer Klassiker für die frühe Aussaat, der jedoch besonders viel Wärme und Licht verlangt. Die Samen brauchen in der Regel deutlich höhere Temperaturen als etwa Tomaten. Während der Keimung sind konstante 24–26 °C ideal. Eine Wärmebank oder beheiztes Mini-Gewächshaus kann hier sehr hilfreich sein. Aber auch hier ist Vorsicht geboten, denn die Pflanzen bzw. die Erde, kann schnell zu trocken werden.

Durch die lange Entwicklungszeit vor der Aussaat ist es sinnvoll, Paprika schon im Februar anzusetzen, damit die Pflanzen stark genug sind, wenn sie später ins Freiland oder ins beheizte Gewächshaus gebracht werden. Nach etwa vier Wochen kann das Pikieren, also das Umtopfen in größere Gefäße, erfolgen. Das sollte dann erfolgen, sobald sich echte Blattpaare gebildet haben. Anschließend sollten die Pflanzen weiter warm und hell gehalten werden. Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai ist ein Auspflanzen ins Freiland ratsam.
Auch Melonen können bereits im Februar ausgesät werden. Allerdings erfordern sie eine warme Umgebung und viel Geduld. Die Samen werden einzeln in Quelltabs oder kleine Töpfe gelegt und bei Temperaturen um 25 °C gehalten. Eine gleichmäßig feuchte Erde unterstützt die Keimung.
Je nach Sorte kann die Vorkultur einige Wochen dauern. Nach dem Austreiben der ersten Blattpaare können die Setzlinge in größere Töpfe umgesetzt werden, wo sie weiter kräftig wachsen. Sobald die Nächte frostfrei sind, lassen sich die jungen Pflanzen in ein Gewächshaus oder ein gut geschütztes Beet pflanzen. Dort entwickeln sie sich unter warmem und sonnigem Klima weiter, sodass im Spätsommer die ersten Früchte reifen.
Kohlrabi ist ein typisches „Frühstarter“-Gemüse und eignet sich hervorragend für die Aussaat im Februar. Die Pflanzen wachsen relativ schnell, zeigen schon innerhalb weniger Wochen erste echte Blätter und lassen sich später problemlos ins Freiland umsetzen. Für die Aussaat eignet sich ein Saatkasten oder flache Schalen mit qualitativ hochwertiger Anzuchterde. Die Samen werden nur leicht mit Erde bedeckt, regelmäßig angegossen und an einem hellen Platz kultiviert.
Nach dem Auflaufen können die Sämlinge in einzelne Töpfe pikiert werden, damit sie genügend Raum zur Wurzelbildung haben. Sobald die Temperaturen stabil über acht bis zehn Grad liegen und keine Frostgefahr mehr herrscht, ist eine vorsichtige Gewöhnung an den Außenbereich möglich. Das frühe Säen bringt hier einen wichtigen Vorteil. Die Pflanzen haben vor dem Sommer schon viel Zeit zum Wachsen und können besonders zarte, aromatische Knollen ausbilden.
Als einzige in dieser Auswahl eignet sich Möhren bereits für die direkte Aussaat ins Freiland im Februar, allerdings nur dort, wo der Boden nicht stark gefroren oder nass ist. Möhren sind relativ frosthart und können schon früh im Jahr ausgesät werden, wenn das Wetter milder wird und der Boden bearbeitbar ist. Damit die Samen gut keimen, ist es hilfreich, sie vor der Aussaat in feuchtem Sand quellen zu lassen und dann dünn in Reihen auszusäen.
Ein Trick für die Aussaat ist, sie mit schnell keimenden Saaten wie Radieschen zu mischen. Diese markieren die Reihe und erleichtern später das Reihenfinden beim Vereinzeln. Bei einem plötzlichen Kälteeinbruch kann ein Vlies zum Schutz über die Saat gelegt werden, um die Keimlinge vor Frostschäden zu bewahren.
Im Februar ist das Wetter in Mitteleuropa oft noch kalt und wechselhaft. Deshalb ist es wichtig zu unterscheiden, welche Pflanzen drinnen vorgezogen werden sollten und welche draußen schon ausgesät werden können.
Vorkultur drinnen
Viele wärmeliebende Arten wie Tomaten, Paprika oder Melonen brauchen eine warme, geschützte Umgebung und werden deshalb in Anzuchtschalen, Töpfen oder Mini-Gewächshäusern auf der Fensterbank oder im beheizten Gewächshaus vorgezogen. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass die Pflanzen vor Kälte geschützt sind und frühzeitig starke Wurzeln und kräftige Triebe bilden. Wichtig dabei sind:
Je nach Sorte kann die Vorkultur mehrere Wochen dauern, etwa vier bis sechs Wochen, bevor ein Auspflanzen sinnvoll ist.
Direkte Aussaat im Freiland
Nur wenige Gemüsearten vertragen auch bei niedrigen Temperaturen schon die Aussaat ins Freiland – hier empfiehlt sich ein Frühbeet. Für Möhren / Karotten, einige Salatvarianten, Erbsen oder Spinat ist dies eine gute Möglichkeit. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche direkte Aussaat sind:
Ist der Boden zu nass oder gefroren, sollte die Aussaat verschoben werden oder lieber drinnen vorgezogen werden.
Zu dunkel = zu lange und schwache Pflanzen
Ein häufiger Fehler bei Februar-Aussaaten ist fehlendes Licht. Tomaten oder Paprika, die bei zu wenig Licht keimen, entwickeln lange, dünne Stängel und bleiben schwach. Eine Pflanzenlampe kann hier Abhilfe schaffen.
Überwässerung vermeiden
Samen und junge Sämlinge vertragen Staunässe schlecht. Wichtig ist, die Erde nur leicht feucht zu halten und nicht nass. Zu viel Wasser fördert Schimmel und Wurzelfäule.
Temperatur beachten
Werden wärmeliebende Pflanzen bei zu niedrigen Temperaturen kultiviert, verzögert sich die Keimung oder sie bleibt ganz aus. Wärmematten oder beheizte Fensterbänke schaffen konstante Bedingungen.
Zeitversetzte Aussaat
Durch Zeitversetzung, also mehrere Aussaat-Termine im Abstand von ein bis zwei Wochen, lässt sich die Ernte über einen längeren Zeitraum strecken. Besonders bei schnell wachsenden Kulturen wie Kohlrabi oder Salaten lohnt sich diese Methode.
Der Februar ist ein deutlich unterschätzter Monat in der Gartenarbeit. Obwohl draußen noch Frost und Winter herrschen kann, bietet dieser Zeitraum beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vorkultur. Gemüsearten wie Tomaten, Paprika, Melonen und Kohlrabi profitieren von einem frühen Start in die Gartensaison, während Möhren bereits draußen im Beet ausgesät werden können. Wer die richtigen Techniken beherzigt, ausreichend Licht, geeignete Erde und Temperaturkontrolle, schafft optimale Bedingungen für kräftige Pflanzen und eine reiche Ernte.
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