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Wenn die Sonnenstunden weniger werden und die Temperaturen absinken, bedeutet das auch für die Tierwelt einen deutlichen Umschwung. Während einige Tiere wie der Igel sich ein Fettpolster für den Winterschlaf anfuttern, stellen Schildkröten ihre Futteraufnahme langsam ein und bereiten sich auf die natürliche Winterruhe vor.
Auch Schildkrötenhalter sollten sich spätestens jetzt mit diesem Thema auseinandersetzen. Denn ein behutsamer Einstieg erleichtert das Verständnis dafür, warum die Winterruhe für viele Schildkrötenarten überlebenswichtig ist. Dazu sollten Sie wissen, welche natürlichen Prozesse in Gang gesetzt werden und warum eine strukturierte Vorbereitung entscheidend bleibt. Die Überwinterung im Gewächshaus, Dem Keller oder einem gewucherten Frühbeetaufsatz bietet dafür besonders stabile Bedingungen und unterstützt die artgerechte Haltung.
Schildkröten überwintern sicher, wenn Temperatur, Feuchtigkeit und Umgebung perfekt abgestimmt sind. Doch wie können Sie Ihre Schildkröte artgerecht auf die Winterruhe.
Sobald die Jahreszeiten wechseln, orientieren sich Landschildkröten an natürlichen Signalen. Sinkende Temperaturen, kürzere Tage und ein vermindertes Nahrungsangebot aktivieren den inneren Rhythmus, der die Winterruhe einleitet. Die Winterstarre ist ein lebenswichtiger Prozess, bei dem die Tiere ihren Stoffwechsel reduzieren, die Atmung verlangsamen und Energie einsparen. Ohne diese Ruhephase käme es langfristig zu gesundheitlichen Problemen wie Organbelastungen, Wachstumsstörungen oder einem geschwächten Immunsystem.
Die Dauer der Winterruhe variiert je nach Art und individueller Entwicklung, doch mediterrane Landschildkröten verbringen in der Regel drei bis vier Monate im Ruhezustand. Für eine sichere Winterruhe benötigen die Tiere stabile Bedingungen: Temperaturen zwischen 4 und 8 °C, ausreichend Feuchtigkeit und einen geschützten Rückzugsort. Die Winterruhe beginnt oft im Oktober oder November, abhängig vom Klima und vom Verhalten der Schildkröte.
Wichtig: Fallen die Temperaturen auf unter vier Grad, kann es für die Tiere, die im Gewächshaus, dem Hochbeet bzw. Frühbeet überwintern, lebensgefährlich werden. Aus diesem Grund ist eine Temperaturkontrolle auf jeden Fall sehr wichtig.

Ein Hochbeet lässt sich gut nutzen, um darin eine geschützte Grube für die Winterstarre von Schildkröten einzurichten. Es dient als isolierende Hülle und hält Kälte sowie potenzielle Fressfeinde zuverlässig fern. Die Tiere graben sich jedoch nicht direkt im Hochbeet ein, sondern verbringen ihre Ruhephase in einer separaten Überwinterungsbox. Diese wird mit einer wärmenden Mischung aus Erde und Laub befüllt, sodass ein stabiles Mikroklima entsteht. Wichtig ist, dass die Temperatur während der gesamten Winterruhe konstant im Bereich von etwa 4 bis 8 °C bleibt.
Vorteile eines Hochbeetes:
Ein Hochbeet sollte mindestens 60–80 cm tief sein und aus verschiedenen Schichten bestehen. Drainage, Erdsubstrat, Laub und Humus. Ein engmaschiger Draht unter dem Hochbeet schützt vor Nagern. Zusätzlich braucht die Schildkröte zusätzlichen Schutz in Form eines Frühbeetaufsatzes. Ein freistehendes Hochbeet wird im Winter zu kalt und friert schnell durch. Aus diesem Grund muss es vor Frost geschützt werden. Des Weiteren muss das Hochbeet so hoch sein, dass die Tiere sich nicht tief darunter eingraben können.
In Regionen mit starkem Frost, langen Kälteperioden oder großen Temperaturschwankungen eignet sich ein Gewächshaus als geschützter Überwinterungsort. Das Gewächshaus sorgt für ein reguliertes Klima, verhindert extreme Kälteeinbrüche und schützt vor Nässe. Zudem ist es hier einfacher, auf Witterungsumstände zu reagieren. Denn auch hier gilt, dass die Temperaturen zwischen vier und sechs Grad bleiben sollten. Keinesfalls kälter, da ansonsten Lebensgefahr für die Schildkröten herrscht.
Wichtige Voraussetzungen:
Ein Frostwächter kann eingesetzt werden, sollte jedoch so eingestellt sein, dass die Temperatur nicht über 5–6 °C steigt.
| Kriterium | Hochbeet | Gewächshaus |
|---|---|---|
| Temperaturkontrolle | Mittel | Hoch |
| Naturnähe | Sehr hoch | Hoch |
| Frostschutz | Natürlich | Natürlich + technisch |
| Aufwand | Mittel | Höher |
| Risiko von Erwärmung | Gering | Moderat |
Damit die Winterruhe erfolgreich verläuft, beginnt die Vorbereitung bereits im Spätsommer. Eine gesunde, gut genährte Schildkröte hat die besten Voraussetzungen. Kranke Tiere sollten nun nicht in die Winterstarre geschickt werden, da es sein kann, dass die betroffenen Schildkröten sterben könnten.
Wichtige Schritte für Halter:
Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend, um Risiken während der Starre zu minimieren. Sprechen Sie bei Fragen unbedingt einen reptilienerfahrenen Tierarzt an.
Für eine sichere Winterruhe benötigen Schildkröten konstante Temperaturen zwischen 4 und 8 °C. Werte über 10 °C verhindern die Starre und sorgen für unnötigen Energieverbrauch. Temperaturen knapp über 0 °C können kurzfristig toleriert werden, sollten jedoch nicht zur Dauer werden, da Erfrierungen drohen. Besser ist es, unter vier Grad entgegenzuwirken.
Orientierungswerte:
Regelmäßiges Kontrollieren der Temperatur gehört zur Grundsicherung.
Das richtige Substrat schützt vor Austrocknung, Fäulnis und Temperaturschwankungen. Schildkröten benötigen einen leicht feuchten, lockeren Boden, der genügend Struktur zum Eingraben bietet.
Geeignetes Substrat:
Die Grabtiefe sollte ermöglichen, dass mindestens 20–30 cm Substrat über der Schildkröte liegen.
Während die Schildkröte ruht, darf sie nicht gestört werden. Dennoch sind Kontrollgänge wichtig, um mögliche Risiken früh zu erkennen.
Sichere Kontrollpunkte:
Gut zu wissen: Ein Gewichtsverlust von etwa 1 % pro Monat gilt als normal.
Wenn die Temperaturen steigen, beginnt die Schildkröte, ihren Stoffwechsel wieder hochzufahren. In dieser Phase sind Wärme, Licht und Flüssigkeit entscheidend.
So gelingt der Start nach der Starre:
Wichtig: Dieser Übergang entscheidet darüber, wie vital das Tier in die neue Saison startet.
Einige Fehler treten häufiger auf und lassen sich leicht verhindern:
Fazit: Winterstarre von Schildkröten richtig unterstützen
Die Winterruhe ist für Landschildkröten kein Risiko, sondern ein essenzieller Bestandteil eines gesunden Lebens. Wer Vorbereitung, Substratwahl, Temperaturkontrolle und die richtige Umgebung im Blick behält, schafft optimale Bedingungen. Ob im Hochbeet, Gewächshaus oder Kombination beider Methoden. Sorgfalt und Wissen lassen Schildkröten sicher und kraftvoll ins Frühjahr zurückkehren.
Meist beginnen Schildkröten zwischen Oktober und November mit der Vorbereitung. Sinkende Temperaturen und kürzere Tage sind die wichtigsten Signale.
Nein. Tiere, die geschwächt oder krank wirken, sollten tierärztlich betreut und nicht überwintert werden, bis die Ursache geklärt ist.
Kurzzeitige Bodenfrostphasen sind meist unproblematisch. Dickeres Laub, zusätzliche Abdeckung und gegebenenfalls ein Vlies schaffen Schutz.
Ja, mediterrane Arten benötigen diese Ruhephase jedes Jahr. Aussetzen kann langfristige Schäden verursachen.
Sie hebt den Kopf, beginnt sich leicht zu bewegen und reagiert auf Wärme. Danach folgen erste Schritte und die Suche nach Wasser.
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